06.05.2009
Gaggenau (stv). 1982 ereignete sich unterhalb des Wehrs vor dem Gaggenauer Murgsee ein Unglück. Ein Kanufahrer kam murgabwärts und wollte mit seinem Boot die dortige Wasserkaskade passieren. Dabei geriet er in die Wasserwalze darunter, aus der er nicht mehr lebend entkam.
Stadtbrandmeister Dieter Spannagel war damals ein junger Feuerwehrmann und geübter Rettungsschwimmer. An einem Seil festgebunden, das seine mitalarmierten Feuerwehrkameraden hielten, versuchte er bis zu dem hilflos im Wasserstrudel Treibenden vorzudringen, was aber wegen der starken Strömung – die Murg hatte damals Hochwasser – nicht gelang. Obwohl er bis auf ein bis zwei Meter an den Kanufahrer herankam, konnte er ihn nicht mit seiner Hand fassen. Der Blick des hilflosen Mannes ist Spannagel bis heute ins Gedächtnis eingebrannt.
Damals legte sich die Feuerwehr verschiedene Wasserrettungsgeräte, unter anderem ein schwimmfähiges Rettungsseil, zu, das Spannagel bis heute in seinem Einsatzfahrzeug mitführt. Auch am 6. April hatte er es dabei. An diesem Tag nämlich ging ein Hilferuf bei der Feuerwehr Gaggenau ein, und diesmal war er gewappnet.
Zusammen mit seinem Arbeits- und Feuerwehrkollegen Michael Bracht, der 1982 ebenfalls dabei war und nicht helfen konnte, eilte er aus dem Rathaus rüber zur Murg. Die Feuerwehrkollegen Matthias Kaus und Eric Gruber, die sich in unmittelbarer Nähe befanden, folgten. Hier fanden sie einen Mann und eine Frau vor, die beide in hilfloser und lebensbedrohlicher Lage in besagter Murgwalze trieben.
Dank des Rettungsseils konnten die Rettungsmaßnahmen sofort starten. Mann und Frau wurden an Land gezogen. Lediglich der Hund der Frau, der in den Wasserstrudel geraten war und den sie retten wollte, bevor sie selbst in Lebensgefahr geriet, war nicht mehr auffindbar und wurde erst vor einer Woche tot in der Murg auf Höhe Kuppenheims aufgefunden.
Der Mann hatte die Frau nach dem Hund rufen hören und dachte, sie würde nach ihrem Kind suchen. Sofort sprang er ins Wasser, um der Frau zu helfen. Dabei unterschätzte er – ebenso wie die Frau vorher – die fatale Kraft des Wassers im Bereich des dortigen Wehrs auf Höhe des Pumpwerks. Während die Frau sich an einem Stamm festhalten konnte, war die Lage des Mannes hoffnungslos.
Oberbürgermeister Christof Florus dankte jetzt allen vier Feuerwehrmännern für ihren lebensrettenden Einsatz und würdigte dabei auch den hohen Stellenwert der Arbeit, den die Freiwillige Feuerwehr vor Ort grundsätzlich leistet. Dieter Spannagel, der auch Leiter des städtischen Bürger- und Ordnungsamtes ist, würdigte seinerseits die selbstlose Hilfsbereitschaft des Mannes, der dann selbst in Lebensgefahr geriet. Darüber hinaus dankte Spannagel den Mitarbeitern des Ärztehauses und den Passanten, die die Rettungsaktion tatkräftig unterstützten.
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